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DGE Diätetik kompakt

Alkohol Alkohol bewirkt nicht nur in Kombination mit Sedativa, sondern auch bei Wirkstoffgruppen mit sedierender Partialwirkung eine Verstärkung der sedierenden Effekte (Boullata und Armenti 2004). Dies betrifft neben den Beruhigungs- und Schlafmitteln z. B. auch Opioid-Analgetika sowie bestimmte Antiepileptika, Antidepressiva, Hustenmittel und Antiallergika. Bekannt ist ebenfalls die Verstärkung hepatotoxischer Effekte (u. a. bei Paracetamol) durch Alkohol (Riordan und Williams 2002). Ebenfalls praxis- relevant ist das erhöhte Risiko gastrointestinaler Blutungen, wenn Alkohol parallel zur hochdosierten Therapie mit ulcero­genen Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac konsumiert wird. Um unerwünschte Wechselwir­kungen und verstärkte Neben­ wirkungen zu verhindern, sollte der Alkoholkonsum in Kom­bination mit sedierenden, hepa to toxischen oder ulcero­genen Arznei stoffen vermieden werden. Tyraminreiche Lebensmittel Tyramin ist das fermentative Abbauprodukt der Aminosäure L-Tyrosin (Biesalski et al. 2010). Besonders tyraminreich sind Lebensmittel wie Käse, Joghurt, Salami, Sojaprodukte, Rotwein, Trockenfrüchte, Fleische- xtrakte, Schokolade, aber z. T. auch Früchte wie Avocado (Belitz et al. 2008). Im Körper wirkt Tyramin als indirektes Sympathomimetikum, indem es zu einem Anstieg der Noradrenalin-Konzentration führt. Folge hiervon kann ein relevanter Blutdruckanstieg sein (Klinke et al. 2009). Normalerweise ist die Tyramin-Aufnahme mit der Nahrung unproblema- tisch, da es durch die beiden Monoaminoxidasen MAO-A und MAO-B rasch abgebaut wird (Rehner und Daniel 2010). Bei Patienten jedoch, die im Rahmen der medikamentösen Therapie von Depression oder Morbus Parkinson MAO­Hemmer erhalten, kann es durch den blockierten Abbau von Tyramin zu massivem Blutdruckanstieg und lebensbedrohlichen hypertensiven Krisen kommen (Biesalski et al. 2010). Besonders streng auf eine tyraminarme Ernährung müssen deshalb jene Patienten achten, die mit dem unselektiven MAO­Hemmer Tranylcypro- min therapiert werden, der irreversibel beide MAO-Isoformen blockiert. Patienten, die auf Tranylcypro­min eingestellt werden sollen, müssen aufgrund der Vielzahl tyraminreicher Lebensmittel und der Schwere der möglichen Inter­aktion zu Therapiebeginn eine qualifizierte Ernäh- rungsberatung erhalten. Goji­Beeren Die noch vor Kurzem in Europa völlig unbekannten Goji-Beeren (Bocks- dornfrüchte) werden seit wenigen Jahren auch verstärkt in Deutschland vermarktet. Goji-Beeren als Früchte von Lycium barbarum sind Teil der chinesischen Küche und der traditionellen chinesischen Medizin. In Europa werden sie nicht nur als Rohprodukt, sondern auch als Tabletten, Tee oder Saft angeboten. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Goji-Produkten ergibt sich 3 12/2015© DGE 2015info 312/2015© DGE 2015info

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